Jeder hat es schon erlebt, vor allem, als man noch fröhlich mit Modem rumsurfte (manche müssen das heute noch!) - es gibt einen Interrupt und die Internetverbindung fällt aus. Nun gut, das ist ärgerlich, aber verkraftbar. Denkt man. Dachte ich auch! Gestern arbeitete ich gemütlich vor mich hin, immer wieder gerne mit dem eigenen PHP-Framework Senso. Ich arbeite momentan an einem neuen innovativen Verwaltungssystem für Inhalte in Zusammenarbeit mit einer Agentur. Als das Internet ausfiel, ganz plötzlich, hat es mich genervt, hab mir weiter aber nichts draus gemacht.
Nach 10 Minuten komm ich auf die geniale Idee mal nachzuschauen, ob es Probleme bei der Telekom gibt. Ich also tippe www.google.de ein und warte und merke kurz darauf, kein Internet! Es war zu erwarten, dass ich Google nicht aufrufen kann, wenn die Leitung nicht läuft, aber das schien ich auch fortlaufend nicht weiter zu realisieren. Keine 10min programmieren später brauchte ich ein kostenloses Icon, das auch kommerziell verwendbar ist - und wieder ging dasselbe Spiel los: Ich gab in der Suchleiste des Firefox “Free Status Icon” ein und drückte Enter - Mist, ich hab ja gar kein Internet!
Man meint, spätestens jetzt prägt man sich’s ein. Von wegen. Wenn ich schon nicht in’s Internet kann, dann mach ich halt was Sinnvolles: E-Mails prüfen. Das klappte nur dummerweise auch nicht. Nachdem mir der Einfall kam, statt sich jetzt rumzuärgern, einfach mal ne Spielpause an der XBOX360 mit meinem Cousin über Live einzulegen brachte das mich voll auf die Palme, denn noch bevor ich den Einschaltknopf drückte wurde mir eines klar: Wir sind so an das Internet gewöhnt, dass wir über den eigenen Verstand hinausgehen. Wir halten das Internet für “verfügbar”, selbst dann, wenn man genau weiß, dass die Leitung unterbrochen ist.
(Bild: © Klaus-Uwe Gerhardt / PIXELIO, www.pixelio.de)