Linux - pfui werden die einen sagen, im Heise-Forum höre ich schon wieder die Trolle, übertreiben werden die Anderen. Doch halt, ich verschone euch durch Objektivität.

Es geht um Ubuntu - genauer gesagt Ubuntu 9.04. Immer wieder habe ich zu Ubuntu gewechselt und fiel zurück in meinen Windows-Trott. Seit mehr als 6 Monaten habe ich jedoch Ubuntu 9.04 standardmäßig benutzt, Windows war nur noch auf einer Nebenpartition für Dinge wie Office 2007 und wurde im Prinzip fast nie gebootet.
Ubuntu ist in der Version 9.04 stark ausgereift, v.a. auch was native Unterstützung von Hardware betrifft. Ubuntu ist nach wie vor mit Gnome superleicht zu bedienen und mithilfe von gnome-look.org oder ähnlichen Seiten auch supereinfach zu individualisieren.

Das neue Benachrichtigungssystem
Das neue Benachrichtigungssystem Notification OSD ist nur ein kleiner Teil großer Neuerungen. Es ist jedoch sehr hübsch und vor allem auch noch sehr nützlich. Mit entsprechenden Programmen kann man sich nun direkt in schönem Design alles was neu, wichtig und interessant ist, anzeigen lassen: du hast neue Mails? Lass es von einem Hintergrundprogramm checken und dich per Notification OSD informieren ;).
Ubuntu 9.04 ist übrigens das schnellste Ubuntu was Booting betrifft bisher. Jedoch noch lange nicht schnell genug im Vergleich. Mit Ubuntu 9.10 soll die 10 Sekunden-Marke endlich geknackt werden.
Zum Arbeiten ist Ubuntu meiner Meinung nach so effizient wie nie. Wenn man sich die Taskleiste unten rauslöscht und stattdessen den Avant Windows Navigator installiert hat man ein Programm-Wechsel-Vergnügen wie auf dem Mac.
Ubuntu ist so umsteigerfreundlich wie nie zuvor und mit Version 9.10 wollen die Entwickler auch noch die letzten Feinschliffe machen um endlich die Massen überzeugen zu können, mehr hierzu auf Golem.de.
Nach wie vor gilt aber: Linux ist im Allgemeinen kein Spiele-System, auch wenn es viele Spiele gibt und auch viele Windows-Spiele problemlos darauf funktionieren. Wer leidenschaftlicher Gamer ist bleibt entweder bei Windows oder schafft sich eine Konsole an (so wie ich, dann muss man auch nicht immer neue Hardware kaufen).
Für Webentwickler, insbesondere Programmierer kann ich Linux nur wärmstens empfehlen. Ich habe es mit ein bisschen Handarbeit sogar geschafft Adobe’s Photoshop CS4 darauf zum Laufen zu bringen, Infos dazu gibts auf winehq.org.
Der IE6, der freundlicherweise von Tatanka bereitgestellt wird, ist nicht so “nett”, wie manche denken - er kann extrem schädlich sein für einen Laptop. Das ist kein Witz, sondern eine Tatsache.
Bitte beachtet, dass alles nachfolgende unter dem Linuxsystem Ubuntu 9.04 getestet / entnommen wurde und primär nicht für alle Linuxsysteme gelten muss.
Ein Test im IE6 gefährlich? Allerdings. Mein Laptop erhitzte sich so, dass ich nicht einmal mehr die Hand daneben legen konnte - das kann für CPU und Grafikkarte den Tod bedeuten. Ich sah mir also im Taskmanager erstmal alle Programme an, die so offen sind. Dort waren ein paar Bash-Scripte zu viel, die wohl nicht korrekt beendet werden konnten, aber die verbrauchten keine Performance mehr. Aufeinmal fällt der laufende wineserver auf - geschlagene 900MiB Speicherverbrauch, und das obwohl nur ein Programm mit Wine gestartet worden ist, der Internet Explorer 6.
Da konnte was nicht stimmen. Zur Sicherheit habe ich einen kompletten Reboot vollzogen. Danach kühlte der Laptop langsam wieder ab auf eine normale Arbeitstemperatur. Um sicher zu gehen, dass das Problem, wie bereits vermutet, am IE6 lag, startete ich nun zu allererst den Taskmanager. Nun startete ich den Wine IE6 und gab eine beliebige Seite in die Adresszeile ein. Nachdem die Seite fertig geladen war und der IE6 somit nicht mehr arbeiten musste blickte ich auf den Wineserver - anfangs 2MiB. Doch das blieb nicht so - der Speicherverbrauch und auch die CPU-Beanspruchung stiegen kontinuierlich an, immer weiter, ohne Halt. Nach einiger Zeit würgte ich den wineserver ab, ich wollte nicht schon wieder einen Laptop als Grillstelle haben.
Ich würde mich freuen, wenn das jemand prüfen und bestätigen kann. Auf der aufgerufenen Seite wurde JQuery benutzt und die Filter für PNG von Microsoft.
Ich mag neue Technologien. Vor allem Ideen aus den Mozilla Labs schaue ich mir gerne mal an. Als inoffizielles Konkurrenzprodukt in den frühen Alpha-Phasen gegenüber Adobe AIR, soll Prism ebenfalls Web und PC verbinden. Als interessierter Entwickler habe ich mir Prism auf Ubuntu installiert und vor dem Start erst einmal nach einer Programmierdokumentation geschaut - vergebens. Das liegt daran, dass es nicht wirklich eine gibt. Alles was man können muss ist das, was man eigentlich schon vorher konnte: Websprachen.
Als ich Prism nämlich startete hat sich schnell großes Ernüchtern eingestellt. Mozilla Prism ist entweder der schlechteste Browser der Welt, oder einfach nur ein Kinderspielzeug. Natürlich ist Prism noch in den frühen Entwicklungsphasen, aber von Innovation ist keine Spur. Prism ist ein minimalistischer Browser, der nicht einmal eine Adressleiste hat, sondern lediglich den Browserinhalt anzeigt. URL’s können jeweils nur einmalig eingegeben werden. Man doppelklickt auf Prism, gibt beispielsweise http://google.com/ ein und man bekommt ein Google.com Icon auf den Desktop. Das ist nichts anderes als eine Verknüpfung die Prism öffnet und dann http://google.com/ lädt.
Das bedeutet, dass sich der eigentliche Sinn von Prism darin beschreibt, dass man oft besuchte Seiten per Verknüpfung auf den Desktop legt und dann mit einem Browser ohne Funktionen surft. Für den Entwickler ist der Sinn von Prism und die damit verbundene Arbeit nicht in einem geordneten Verhältnis:
Der Entwickler muss die Daten des Browsers auslesen und prüfen, ob man mit Prism surft. Wenn ja, dann passt man vorerst per JavaScript die Fenstergröße von Prism an, sodass die eigene Webapplikation, die mit Prism perfekt laufen soll, sich wie gewünscht auf dem Desktop einschmiegt. Dann gestaltet man die Webapplikation so, dass man sie ohne jegliche weitere Browserfunktionen problemlos bedienen kann, d.h. alles muss zwingend in einem Fenster zu bearbeiten sein.
Prism ist momentan nicht mehr als ein Spielzeug für Entwickler, das aber nach einigen Minuten langweilig wird. Ich warte immernoch darauf, dass sich in Prism, genau wie in Adobe AIR, eine eigene Sprache erschließt mit riesigem Funktionsumfang und Zusammenspiel mit dem eigenen lokalen Computer.
Ja wir kennen ihn wohl alle, den Mister WEB persönlich - den Apache Zwo Null. Hat er mal schlechte Laune, ist Sense mit dem eigenen Webserver - vorausgesetzt man hat einen
Apache2 Webserver. Doch wie so oft sitzen Probleme nicht im Server sondern direkt vor dem PC. Ok, Schluss mit dem Gefasel bevor ich noch das Thema vergesse. Gerade saß ich mal wieder auf der Leitung - wie bringt man diesen blöden Testapache nur dazu, dass er mod_rewrite in .htaccess akzeptiert fragte ich mich. Die Config auf dem Produktivsystem wollte ich mir nicht anschauen, das wäre ja zu viel Aufwand gewesen und das Buch, das keinen Meter über meinem Kopf zu schweben scheint mit der Aufschrift “Apache Webserver 2″ wollte ich um diese Uhrzeit auch nicht mehr benutzen, es ist 23 Uhr und wenn das Licht aus ist kann man da rein gar nichts mehr lesen. Nun gut. Ich begebe mich also ins Google-Imperium um nachzuforschen wie ich mod_rewrite laufen lassen kann, wenn das Modul bereits geladen wurde, die .htaccess aber ignoriert wird. Bei einigen Aussagen sowohl in Foren als auch in Blogs war ich aber doch enttäuscht. Zwar bringt
AllowOverride All
den gewünschten Effekt, genauso könnte ich aber auch gleich dasselbe bei allen anderen Config-Parametern machen um eine korrekte Funktionsweise zu garantieren. Das Problem bei dieser Lösung ist weniger die Lösung selbst, als viel mehr die Tatsache, dass bei den meisten der Hinweis fehlt, dass dies nicht auf Produktivsystem angewandt werden sollte. Denn im Allgemeinen gilt das deny_all-Prinzip (deny,allow) und nicht andersrum.
AllowOverride FileInfo Options
Hätte im Normalfall ausgereicht. Ein produktiver Webserver sollte immer nur die Optionen offenhalten, die tatsächlich für eine korrekte Funktion nötig sind - nicht mehr, aber in keinem Fall weniger. Es gibt da so einen netten Satz, den ich eigentlich nur jedem Entwickler und Administrator ans Herz legen kann:
Ein Server, ein System oder eine Software gilt dann als sicher wenn der Aufwand des Hackens in keinem lohnenden Verhältnis zum Ergebnis steht.
Deswegen sollte man potentielle Risiken von Anfang an dezimieren. Denn ist erstmal eine Lücke gefunden, so stehen dem Hacker mit einer sehr strikten Config noch einige andere Barrieren im Weg.
Unter Ubuntu (ja, das ist ein Linuxsystem) hat man viele Möglichkeiten individuell tätig zu werden und sein eigenes Linux zu schaffen.
Vor allem bei der Programmwahl wird einem gar nichts vorgeschrieben. So sind mir in letzter Zeit vor allem alternative Flash-Player aufgefallen, 2 an der Zahl, die etwas taugen sollen.
Gnash soll die derzeit beste Flash-Unterstützung bieten unter den freien Playern. Ein Ausschnitt aus der Website hebt folgende Punkte hervor
Klingt sehr interessant. Also Gnash installiert, Adobe’s Flash runter und fertig. Gnash läuft ganz ordentlich. Besonders aufgefallen ist mir, dass die Probleme die ich momentan unter Flash 10 erfahre (sowohl unter Windows, als auch unter Linux) mit Gnash weg sind. Von der Stabilität her gesehen gibt es hier in jedem Fall eine Menge Pluspunkte. Den genannten Sicherheitsaspekt konnte ich nicht überprüfen, jedoch sollte man schon daran glauben, dass hier einem kein Schmarn serviert wird.
Was zu erwarten war, ist, dass neuere Flashapplikationen zu lustigen Ergebnissen führen können mit Gnash ;). Mir gefällt Gnash. Der Versuch, das Streben nach etwas Neuem ist gelungen, doch das Projekt braucht noch viele, viele weitere Stunden Programmierung um irgendwann nicht mehr nur eine halbe Nadel im Heuhaufen zu sein.
Gnash gibt es unter anderem auch für Windows, wie ich gerade rausgefunden habe. Auf der Website steht folgender Satz:
Win32 users can now download an executable based on the 0.8.2 release.
Für jetzt und heute kann ich nur sagen: Wer Flash nicht in allen Zügen auskosten möchte, der kann getrost auf Gnash zurückgreifen und sich über eine stabilere Umgebung freuen.